Warum du dich nicht sofort für eine Vollzeitselbstständigkeit entscheiden musst

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In diesem Artikel gebe ich dir Impulse, warum du dich nicht sofort für eine Vollzeitselbssttändigkeit entscheiden musst und welche Alternativen Ideen es gibt. In unserer heutigen Welt kennen wir oftmals noch den klassischen Weg: Entweder du bist angestellt ODER selbstständig. Dabei gibt es mittlerweile wundervolle Mischformen. In diesem Artikel möchte ich dir verschiedene Wege aufzeigen, um für dich herauszufinden, was für dich funktionieren könnte.

40-Stunden-Anstellung

Als ich damals in meine Selbstständigkeit gestartet bin, kam ich aus dem klassischen Angestelltenverhältnis mit 40 Stunden pro Woche. Ich kannte es nicht anders. Es bot mir die Möglichkeit eine sichere Einnahmequelle zu haben, krankenversichert zu sein und an den Wochenenden Freizeit zu haben. Im Laufe der 1,5 Jahre Anstellung kamen aber immer mehr Interessen in meiner Freizeit dazu. Weniger arbeiten ging nicht.

Also fing ich an auch in meiner Freizeit zu arbeiten und aus meinem Hobby Fotografie wurde ein kleiner Nebenverdienst, wenn ich Fotoshootings machte. Wir sprechen hier von fünf bis zehn Euro. Für zwei bis drei Stunden Arbeit plus Nachbearbeitungszeit. Ich traute mich damals nicht, überhaupt einen Preis zu nennen, da ich ja keine ausgebildete Fotografin war. Heute würde ich andere Preise nehmen.

Was ich daraus gelernt habe:

  • Ein Hobby ist gut, aber die Balance zwischen Spaß und Arbeit sollte nicht verloren gehen. Denn aus Spaß kann auch schnell Stress und Überlastung werden. Dafür musste ich meine eigenen körperlichen und mentalen Grenzen kennenlernen.
  • Du selbst solltest deinen Preis bestimmen und nicht von deinen Kunden den Preis bestimmen lassen.

Ich habe über ein halbes Jahr also Anstellung und Hobby unter einen Hut bekommen, wobei das Hobby sehr kostspielig war und enorm viel meiner Zeit verschlungen hat, denn Freizeit gab es irgendwann kaum noch welche. Ich fühlte mich ausgebrannt und immer mehr in einem Hamsterrad gefangen.

 

Selbstständigkeit – eine Alternative?

Nach vielen privaten Erfahrungen und Erlebnissen war meine Zeit im Januar 2015 in der Anstellung vorbei. Ich war frei und dennoch kam die Verpflichtung, dass ich mich auf neue Jobs bewerben musste und sich alles in mir dagegen sträubte, denn innerlich hatte ich mit der Anstellungssache schon längst abgeschlossen. Endlich wollte ich mein eigenes Ding machen.

Ich fing an, mich zu informieren, nahm Beratungsgespräche in Anspruch und lies mir von einer Steuerberaterin meinen Businessplan erstellen. (Im Übrigen hätte ich mir den sparen können, denn nichts von dem ist eingetroffen.) Allerdings brauchte ich einen, den ich meiner Sachbearbeiterin bei der Agentur für Arbeit vorlegen konnte. Drei Monate später war ich meine eigene Chefin.

Und damit kamen neue Herausforderungen auf mich zu:

  • Wie plane ich meinen Tag?
  • Wo finde ich Kunden?
  • Welche Akquiseoptionen gibt es?
  • Wie werde ich für diese Kunden sichtbar?
  • Welche Preise kann ich für welchen Auftrag verlangen?
  • Wie schnüre ich Angebotspakete?

Die Liste könnte ich noch beliebig fortführen. Das erste Jahr verlief anders, als geplant und dennoch schaffte ich es irgendwie mit Gründerzuschuss von der Agentur für Arbeit zu überleben, denn mehr als das war es nicht. Ich wohnte in den ersten 2 Jahren zuhause in Hotel Mama und hatte doch genug Ausgaben und wenig Einnahmen.

Es war echt hart. Essen gehen? Shoppen? Autofahren? Alles Dinge, die ich mir kaum leisten konnte. Jeder Cent wurde umgedreht. Meine Familie um Hilfe bitten? Nur in den größten Notwendigkeiten. Ich wollte es alleine schaffen und ich war zu stolz Hilfe anzunehmen.

Heute würde ich vermutlich viel eher die Reißleine ziehen und weitere Wege suchen, doch dazu gleich mehr.

Was ich daraus gelernt habe:

  • Vor der Selbstständigkeit noch besser informieren.
  • Vorab einen Kundenstamm aufbauen.
  • Meine Selbstständigkeit vorauszuplanen und finanzielle Puffer zu schaffen.

 

Muss es eigentlich eine Vollzeitselbstständigkeit sein?!

Das zweite Jahr meiner Selbstständigkeit lief wesentlich besser als das erste Jahr. Ich hatte mir ein Netzwerk aufgebaut und viele Kontakte. Ich nahm regelmäßig an Webinaren, Challenges und Onlinekursen teil und dennoch war ich nie richtig zufrieden.

Ende 2016 absolvierte ich deshalb eine Weiterbildung als spirituelle Lebensberaterin und entdeckte mich auf eine neue Weise.

Gleichzeitig brachte mir eine Teilzeitanstellung für drei Monate eine enorme finanzielle Entlastung und ich konnte mir plötzlich Dinge leisten, von denen ich 1,5 Jahre vorher nur geträumt hatte.

In den drei Monaten fand ich für mich heraus, wie ich meine Zeit viel effektiver nutzen konnte. Ich hatte zwar  weniger Zeit für meine Selbstständigkeit zur Verfügung, lernte diese aber gezielter zu nutzen. Ich musste viel mehr planen und organisieren und dennoch machte ich einen unglaublichen Umsatzsprung Ende des Jahres 2016. Nicht zuletzt auch dadurch, weil ich mich intensiv mit meinem Mindset zum Thema Geld verdienen und wiederholbarem Marketingstrategien auseinandersetze. All das führte zu dem Ergebnis.

Trotzdem war ich und mein Chef mit meinem Angestelltenverhältnis nicht happy und zum Januar 2017 lösten wir es deshalb auf. Traurig war ich darüber nicht.

Was ich in dieser Zeit lernte:

  • Auch mit weniger Zeit kann ich viel schaffen und bin wesentlich fokussierter. Dadurch schaffe ich mehr, als wenn ich mehr Zeit zur Verfügung hätte, die weniger durchgeplant ist.
  • Ich kann über mich selbst hinauswachsen, wenn ich mir neue Dinge zu traue und an meine Träume glaube.
  • Manchmal sind einfache, gezielte Marketingstrategien sinnvoller und effektiver, als viele, die kaum einen Umsatz bringen.
  • Themen, die mir Spaß machen und mich voranbringen, sind Verbindungselemente zwischen mir und meinen Kunden.

 

450 Euro-Job und Teilezeitanstellungen und andere Einnahmequellen

2017 war ein echt hartes Jahr. Ich zog zuhause aus und mit meinem damaligen Freund zusammen. Gleichzeitig machte ich 1000 Euro Schulden und konnte meine Krankenversicherung mehrmals nicht bezahlen. Aus Angst komplett zu scheitern und meine Selbstständigkeit komplett aufgeben zu müssen, suchte ich deshalb nach Alternativen.

Unter anderem ist in dieser Zeit mein Malbuch für Frauen entstanden und ich gab meine ersten beiden Workshops „Raus aus dem Alltagsstress – rein in deine beruflichen Wünsche“. Ich fand einen Weg meine Schulden mithilfe meines Bausparvertrages zu bezahlen und nahm den Restanspruch von meinem Arbeitslosengeld an. Gleichzeitig fand ich einen 450 Euro-Job als Haushaltshilfe und konnte so meine Existenz retten. Ich wünsche niemanden eine so harte Zeit, wie ich sie erlebt habe.

Was ich daraus gelernt habe:

  • Vertraue ich mir selbst, werde ich immer wieder Wege finden, Geld zu verdienen und meinen Lebensunterhalt zu streiten.
  • Außerdem musste ich lernen, über meinen Schatten zu springen, Dinge zu klären und so unangenehm es war, die meisten Menschen haben für solche Situationen Verständnis und gemeinsam mit ihnen habe ich immer einen Weg gefunden wieder auf die Beine zu kommen.

 

Teilzeitanstellung und Nebenselbstständigkeit

Fast eineinhalb Jahre habe ich nun als Schulbegleitung gearbeitet und nebenbei meine Selbstständigkeit weitergeführt und es nie bereut. Ich habe dadurch so viele tolle Erfahrungen sammeln dürfen, neue Kontakte geknüpft und unglaublich viel über mich selbst gelernt. Außerdem sehe ich es heute nicht mehr als Schande diesen Weg gewählt zu haben. Ganz im Gegenteil: Es hat mir Luft zum Atmen gegeben.

Was ich in dieser Zeit gelernt habe:

  • Ich musste lernen, mit meinen Einnahmen zu haushalten.
  • Gleichzeitig ist durch diese wunderbare Zeit mein „Luna – Der eulenstarke Schreiblehrgang“ das Übungsbuch für die 1. Klasse entstanden, was mir sehr am Herzen liegt. Dieses Buch wäre nie entstanden, wenn ich nicht als Schulbegleitung so eine lange Zeit gearbeitet hätte.

 

Fazit aus meiner Exkursion

Am Anfang stellt es sich oftmals als den größten Schmerz dar andere Wege zu gehen als den klassischen Weg. Ich durfte jedoch lernen, dass sich das oftmals als Gewinn herausstellt. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich nie aufgegeben habe. Seit August 2019 arbeite ich wieder in Vollzeit selbstständig und dennoch fokussiere ich mich nicht mehr nur auf eine Einnahmequelle.

Ich arbeite mehrmals die Woche als Dozentin und gebe an einer Grundschule Lernförderung, was mir sehr viel Freude bereitet. In den Ferien gebe ich Malworkshops oder Grafikdesignworkshops für Kinder und Jugendliche und arbeite immer wieder an neuen Buchprojekten. Ich habe für mich rausgefunden, dass es mir riesige Freude macht zu schreiben. Also warum nicht dieses Talent nutzen?

Außerdem habe ich durch meinen Grafikdesignworkshop mit den Kindern auch wieder eine innere Freude für das Thema entdeckt und werde in 2020 auch Selbstständigen, KMUs und Vereinen Brand Design in zwei Workshops näherbringen. Gerne kannst du dich hier genau dazu informieren.

 

Am Ende dieses Artikels möchte ich dir noch eine Zusammenfassung mit Vor- und Nachteilen für eine Vollzeitselbstständigkeit geben.

 Vorteile:

  • Du bist dein*e eigene*r Chef*in und kannst deine Zeit frei einteilen.
  • Du entscheidest selbst, mit welchen Kunden du arbeiten möchtest.
  • Du kannst eigene Projekte in Angriff nehmen.
  • Du lernst viel über dich und kannst ständig über deine Komfortzone hinauswachsen.

 

Nachteile:

  • Du musst dich um deine Krankenversicherung und deine Rente selbst kümmern.
  • Du hast viel mehr Verantwortung und Aufgaben, als vorher und musst lernen diese zu managen.
  • Du hast weniger Urlaub.
  • Du musst dich um Kundenaufträge selbst kümmern.
  • Du hast möglicherweise niemanden mit dem du deine Sorgen und Ängste teilen kannst.

 

Ich hoffe, dass du für dich einige Impulse aus diesem Artikel mitnehmen konntest.

Alles Liebe für dich, deine Jacqueline

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Über die Gründerin

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Hi! Ich bin Jacqueline Wesling und ich begleite dich, dein Business ins richtige Licht zu rücken und mit voller Hingabe deine Brand zu gestalten, damit du dich mit deiner Außendarstellung wohlfühlst und dich mit Begeisterung präsentierst.

Ein kreatives Leben führen und sich ständig weiterentwickeln sind mir wichtig. Darum male, nähe, schreibe und lese ich unglaublich gerne.

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